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Im Tannheimer Tal verfolgen zwei Schwestern unterschiedliche Projekte: Martina Schädle übernahm mit ihrem Partner den elterlichen Betrieb, Michaela Gleirscher baute sich ein eigenes Hotel auf.

Text: Theresa Kirchmair

Der Haldensee im Tannheimer Tal, eingebettet zwischen den Bergen, ist ein ausgesprochen wandelbares Naturjuwel. An den gegenüberliegenden Ufern dieses Sees liegen zwei ungleiche Unterkünfte: das traditionsreiche Generationenhotel Tyrol am Haldensee sowie das noch junge Erwachsenenhotel haldensee. Beide werden von derselben Familie geführt. Martina Schädle übernahm 2020 gemeinsam mit ihrem Mann Peter das elterliche Hotel Tyrol am Haldensee, ihre jüngere Schwester Michaela Gleirscher eröffnete 2019 direkt am See das Hotel haldensee.

 

 

Zwei Wege

Diese Konstellation entstand in sorgfältiger Planung. „Wir haben uns in der Familie schon recht früh mit der Unternehmensnachfolge beschäftigt“, erinnert sich Michaela Gleirscher zurück. Die heutigen Seniorchefs, Walter und Olga Barbist, besprachen mit ihren drei Töchtern, wer Interesse an der Fortführung des Betriebes hatte. Die beiden älteren, Martina und Michaela, sahen ihre Zukunft im Tourismus. Für Geschäftsführer Barbist war klar, dass sie sich nach Möglichkeit je einem eigenen Projekt zuwenden sollten.

Im Jahr 2012 schmiedete die Familie dann die ersten Pläne für Übergabe und Neubau. Dass Peter Schädle Teil der Geschäftsführung im Tyrol wurde, ging auf den Wunsch seiner Frau zurück: „Sie sagte, alleine wäre ihr das Hotel zu groß.“ Über den Plänen des künftigen Hotels haldensee saß bisweilen die ganze Familie zusammen. „Das Konzept baut darauf auf, dass der Gast den Seeblick von allen Bereichen des Hotels genießen kann und wir uns auf Erwachsene spezialisieren“, so Michaela Gleirscher.

 

Tradition und Erneuerung

Das Hotel Tyrol am Haldensee wird mit den Schädles bereits in dritter Generation geführt. Peter Schädle kam als Außenstehender in den Betrieb. Was ihm damals bereits auffiel, spürt er auch heute noch im Haus: eine zutiefst familiäre Atmosphäre, die auch der ständigen Präsenz der Betreiberfamilie zu verdanken ist.

Die Gäste scheinen das zu honorieren, mit einigem Stolz kann man auf einen großen Anteil an Stammgästen blicken. In der Feriensaison seien Familien über diverse Generationen hinweg zu Gast: „Vom Kleinkind bis zum Hochbetagten kommen alle auf ihre Kosten.“ Dementsprechend breit gefächert ist das Angebot, von familienfreundlich über Bewegung in der Natur bis hin zu Wellness.

 

Seeblick

Das haldensee war dagegen von Anfang an für Erwachsene konzipiert. Besonderen Wert legt man auf Nachhaltigkeit: Alle Zimmer sind in Holzbauweise errichtet worden und verfügen über eine Komfortlüftung. Alle Lüftungsgeräte im Hotel sind mit Wärmetauschern versehen, und am Dach findet sich seit diesem Jahr eine Fotovoltaikanlage. Den Slogan „Bühne frei für die Natur“ hat man sich auch in der Architektur zu Herzen genommen: Praktisch alle Räume haben Seeblick. Dieser ist laut der Chefin etwas ganz Besonderes: „Die Gäste sitzen in der Lobby, schauen raus und sagen, sie können kaum ihren Kaffee trinken, weil sie so gebannt sind.“ Ihren Urlaub verbrächten hier in erster Linie Menschen, die Erholung mit Aktivität verknüpfen möchten.

 

Behutsame Änderung

Während im haldensee ein neuer Weg beschritten wurde, bleibt man im Hotel Tyrol am Haldensee seinen konzeptionellen Wurzeln treu. „Wir haben gesehen, dass das, was die Schwiegereltern gemacht haben, gut ist“, erklärt Peter Schädle. Untätig blieb die junge Generation aber nicht – schon einige Jahre vor der Übernahme sind die Geschäftsführungsagenden auf das Ehepaar übergegangen. Sie strukturierten die Organisation um und machten sich an die Modernisierung: Jene Zimmer, die nach 65 Jahren ständigem Ausbau etwas aus der Zeit gefallen waren, sowie die Mitarbeiterunterkünfte wurden zeitgemäß umgestaltet.

 

Zukunftsmusik

Bei aller Verbundenheit zum Werk der Seniorchefs möchte man aber weiter gestalten. „Stillstand ist Rückschritt“, so Peter Schädle. Daher investiert man in den Bau einer neuen Mitarbeiterunterkunft, in den nächsten Jahren ist ein weiterer Umbau im Wellnessbereich geplant.

Im haldensee gehen die Pläne eher Richtung Evaluierung und Anpassung. „Die Zeit seit der Eröffnung hat uns vor allem gezeigt, dass unser Konzept den Zeitgeist trifft“, äußert sich Michaela Gleirscher zufrieden.

 

 

© Hotel Tyrol am Haldensee, Carola Michaela Photo

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