Rauer Umgangston, familienunfreundliche Arbeitszeiten an den Wochenenden und bis in die Nacht – die Bedingungen im Tourismus und in der Gastronomie schrecken Frauen offenbar ab. Nimmt man etwa exemplarisch die vom „Gault-Millau“ gekürten Köche des Jahres, den Guide Michelin oder die internationale San-Pellegrino-Liste, Frauen sind darin kaum zu finden. Da stellt sich die Frage: Wollen sie nicht, können sie nicht, oder was sind die Gründe? Schaut man ins Hotelmanagement, zeigt sich ein sehr ähnliches Bild: Männer dominieren die Führungspositionen und haben scheinbar das Sagen in dieser Branche, die doch aus Tradition eigentlich stark weiblich wäre.

Schwere Töpfe? Kinder als Hindernis?

Zu hart sei der Job, zu schwer die Töpfe, sagen die einen, zu familienfeindlich die Arbeitszeiten, meinen die anderen. Alternativ gäbe es da noch die wohl schon etwas veraltete Version vom zu barschen Ton in der Küche, aber woran liegt es nun wirklich?

Eurogast hat mit sieben erfolgreichen Frauen in der Tourismusbranche gesprochen, um sich ein Bild zu machen: Rosi Schipflinger, Inhaberin von Rosi’s Sonnbergstuben in Kitzbühel, Lisa und Christina Mauracher, Resort Managerin und Leiterin vom Ayurveda Zentrum im Ayurveda Resort Sonnhof in Thiersee, Cornelia Wibmer, Personalleiterin im Dolomitengolf Hotel in Lavant, Christa Wimberger vom Safenhof in Bad Waltersdorf, Tina Forster vom Segafredo in Steyr und Traudi Sigwart von der Tiroler Weinstuben in Brixlegg.

Was machen Frauen aus Ihrer Sicht anders?

Christa Wimberger: Frauen gehen vielleicht zielstrebiger und sensibler an eine Sache heran und wachsen mit dieser Aufgabe, bis es zu einer Lösung kommt.

Tina Forster: Frauen haben den gewissen Blick und die Liebe zu Details und sind meist penibler als Männer, sei es beim Design, der Dekoration und bei der Präsentation der Gerichte.

Cornelia Wibmer: Frauen gehen an verschiedene Arbeiten mit mehr Emotionen ran. Immer ist das sicher nicht von Vorteil, aber die empathischen Fähigkeiten sind sicher ausgeprägter und helfen uns Frauen oft weiter.

Bilder: privat, Martin Lugger

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