Wie schafft man es, ein erfolgreiches Hotel zu leiten? Was sind die Herausforderungen im täglichen Betrieb? Und was muss getan werden, um die Branche wieder attraktiv für den Nachwuchs zu machen? Diese Fragen und viele mehr haben dem Eurogast Journal drei erfolgreiche Hoteliers und Gastronomen beantwortet, die selbst den Weg die Karriereleiter hinaufgeschafft haben.

 

Gästekontakt – das Herzstück der Gastronomie
Nicht jeder der drei Hoteliers wusste von Anfang an, wohin ihn sein beruflicher Weg verschlagen würde. Früher oder später haben sich aber alle drei aus den gleichen Gründen fürs Hotelleben entschieden.

„Ich bin in einem landwirtschaftlichen Betrieb aufgewachsen, merkte aber schnell, dass ich einen abwechslungsreichen Beruf erlernen wollte, der mit Menschen zu tun hat. Hier war die Gastronomie ideal für mich und ich bereue meine Berufswahl bis heute nicht“, erklärt Florian Steiner. Ingo Gasser hingegen ist durch die Privatzimmervermietung zu Hause ein netter, lockerer, ehrlicher Umgang mit Gästen quasi in die Wiege gelegt worden: „Die größte Freude ist der gemeinsame Erfolg. Als Team in einem tollen Hotel eine Top-Qualität zu liefern und dabei auch noch Spaß zu haben, das ist die größte Freude.“

Als Quereinsteiger musste Günther Hlebaina mit etwas Gegenwind kämpfen, als er seinen Weg in die Gastro einschlug: „Mein erstes Projekt wurde des Öfteren belächelt und auch beim Bau meines zweiten Hotels musste ich einen starken Willen beweisen, da wir zu der Zeit gerade die Banken-Finanzkrise durchliefen. Doch mein späterer Erfolg hat die Skeptiker schließlich überzeugt – es gilt also dranzubleiben und das eigene Ziel zu verfolgen.“

Überzeugung ist alles

Dass der Sprung zum Hotelmanager nicht immer einfach ist, wussten alle drei, doch mit der richtigen Einstellung fiel vieles leichter: „Ich habe meinen Beruf immer gerne gemacht, daher habe ich ihn nie als schwer empfunden. Ich habe mich auf meinen Job stets zu 100 Prozent konzentriert und wusste, was ich erreichen will“, so Florian Steiner. Auch Ingo Gasser bestätigt: „Ich denke, dass sich viele Dinge durch den Einsatz ergeben. Man braucht Mut, Verantwortung zu übernehmen und seine Ideen mit bestem Wissen umzusetzen. Wenn man diese Leidenschaft den Mitarbeitern vorlebt, kann man ein tolles Team um sich bilden.“

 

 

Miteinander als Erfolgskonzept

Nichtsdestotrotz ist die Gastronomie ein hartes Pflaster. Wie schaffen es also unsere drei Hoteliers jeden Tag aufs Neue, ihren Erfolg zu halten?

Gäste kommen mit Wünschen, Kollegen mit Fragen. Wichtig ist es, präsent zu sein und auch immer ein offenes Ohr zu haben, das Gespräch zu suchen, die Gäste gut zu beraten und für die Mitarbeiter da zu sein. Kein Tag ist wie der andere – die große Challenge ist, auf alles vorbereitet zu sein und mit Ruhe Probleme zu lösen“, verrät Ingo Gasser. Auch gegenüber neuen Ideen sollte man sich als Führungskraft stets aufgeschlossen zeigen, wie Günther Hlebaina findet.

Für Florian Steiner ist eine ausgelassene Stimmung ein weiterer wesentlicher Erfolgsfaktor: „Mein Ziel ist es, den Betrieb auf hohem Niveau zu führen und dabei stets den Spaß für mich und meine Mitarbeiter zu behalten.

 

Neue Challenge – Mitarbeiterakquise

Obwohl die drei Hotelmanager großen Erfolg verzeichnen, merken aber auch sie, dass die Branche zurzeit eine kleine Krise durchlebt. „Die Herausforderung wird es in Zukunft sein, gute Mitarbeiter auszubilden und diese im Betrieb zu halten“, so Florian Steiner. Laut ihm ist jeder Betrieb selbst gefordert, seinen Nachwuchs auszubilden und ihn im Hinblick auf Weiterbildungen mehr zu fördern. Ingo Gasser sieht das ähnlich: „Den jungen Menschen muss man näherbringen, wie abwechslungsreich diese Branche ist. Auch die Aufstiegsmöglichkeiten sind selten so hoch wie hier. Als Arbeitgeber muss man flexibler sein und den Mitarbeitern auch mal während der Saison einen Urlaub gönnen.“

Für Günther Hlebaina geht es dabei um Wertschätzung: Die Führung ist gefordert, faire Rahmenbedingungen im Betrieb zu schaffen – dazu gehören eine angemessene Unterkunft und Verpflegung, eine gute Kommunikationsbasis und eine flexible Arbeitszeitgestaltung im Sinne beider Parteien.“ Für ansprechendere Arbeitszeiten schlägt Steiner eine 5-Tage-Woche vor. Doch auch die Politik muss ihren Teil dazu beitragen, um den Beruf wieder attraktiver zu gestalten, findet Gasser. „Besonders wichtig ist eine fundierte und zeitgemäße Ausbildung, nicht nur für Jugendliche, sondern auch für Quereinsteiger“, stimmt Hlebaina zu.

Allen Interessierten kann Ingo Gasser nur raten: „Wer gerne unter Menschen ist und die Herausforderung mag, ist im Tourismus genau richtig. Ich kann nur jedem empfehlen, mal einen Sommerjob in der Gastro zu machen. Wer sich dafür begeistert, wird sich in dieser Branche wohlfühlen und auch die Vorzüge zu schätzen wissen.“ Und das tun unsere drei Erfolgskandidaten auf alle Fälle, denn eines steht fest: Den Job eintauschen möchte keiner von ihnen!

Die Lehre alleine reicht heutzutage nicht mehr aus.“ – Florian Steiner

 

Bilder: Das Kronthaler, Martin Lugger

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