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Seit 1991 gibt es Produkte der Eigenmarke Eurogast. Franz Sinnesberger saß vor 30 Jahren mit am Tisch, als die Idee geboren wurde. Im Interview blickt der erfahrene Unternehmer auf die Überlegungen, Herausforderungen und das erste Produkt zurück.

Das Interview führte Theresa Kleinheinz.

 

Herr Sinnesberger, die Produkte der Eurogast-Eigenmarke sind mittlerweile fixer Bestandteil in vielen Restaurants, Hotels und Großküchen. Was war die Überlegung hinter der Eigenmarke?

Franz Sinnesberger: Mit der Eigenmarke Eurogast konnten wir Marktunabhängigkeit schaffen, die auch unseren Kunden zugutekommt. Während herkömmliche Industrieprodukte den Preis für die Werbung an die Kunden weitergeben, können wir Topqualität zu einem günstigeren Preis verkaufen. Einerseits ist es tolle Werbung für unseren Großhandel, weil wir die Artikel unter dem Namen Eurogast auf den Markt bringen. Andererseits mussten wir gleichzeitig von Anfang an darauf achten, dass hohe Qualität drinnen ist. Denn der ganze Name Eurogast wäre in Gefahr gewesen, wenn die Produkte nicht überzeugt hätten.

 
Wer steckt hinter der Idee?

Wir Eurogast-Großhändler haben uns monatlich getroffen, ich habe damals die Firma Sinnesberger vertreten. In diesem Kreis wurde die Idee geboren. Wir waren damit sicher bei den Ersten.

 
Mit welchen Herausforderungen hatten Sie zu kämpfen?

Der Beginn war sicherlich eine Herausforderung. Wir mussten den Bedarf an Verpackungen für die kommenden ein bis zwei Jahre vorab bestellen. Für diese Zeit waren wir dann an die Lieferanten gebunden, weil das Material auf Lager war. Außerdem hat es bestimmt ein halbes Jahr gedauert, bis die Verpackungen unseren Vorstellungen entsprachen.

 

Wie haben Ihre Kunden auf die neuen Produkte reagiert?

Das Vertrauen der Kunden mussten wir uns erst erarbeiten. Unter dem Motto „wo Eurogast draufsteht, ist Qualität drinnen“ haben wir sie schließlich überzeugt. Das merken wir noch heute, denn wenn wir einen neuen Artikel in die Palette aufnehmen, ist automatisch Vertrauen da.

 
Heute reicht die Angebotspalette von Milchprodukten über Fleisch- und Fischwaren bis hin zu Reinigungsmitteln. Welches Produkt machte vor 30 Jahren den Anfang?

Gestartet haben wir das Ganze mit Toilettenpapier. Damit boten wir eine günstige Alternative zu teuren Markenprodukten, bei denen der Name Kalkulationsgrundlage war.

 

Mit welchen Produkten ging es dann weiter?

Als wir gesehen haben, dass sich das gut verkaufen lässt, sind wir ins Detail gegangen. Als Nächstes sind Pommes frites und damit einhergehend Ketchup und Mayonnaise gekommen. Dann folgten Parmesan und schließlich die weiße Palette mit Milchwaren. Durch Mengenerhebungen haben wir nach und nach entschieden, bei welchen Produkten es sich lohnt, sie unter der Eigenmarke an den Kunden zu bringen. Und dann haben wir es einfach gemacht.

 

Was geht Ihnen durch den Kopf, wenn Sie daran denken, wie erfolgreich die Produkte mittlerweile sind?

Man kann sicher mit Stolz sagen, dass die Eurogast-Eigenmarke nicht mehr wegzudenken ist. Vertrauen kann man nicht kaufen. Das ist nach wie vor unser Leitspruch. Und der wird auch in den nächsten Jahren seine Berechtigung haben.

 

Danke für das Gespräch.

 

Franz Sinnesberger

Nach der Gründung des Großhandelsunternehmens Sinnesberger durch seinen Vater im Jahr 1910 übernahm Franz Sinnesberger 1965 die Geschäfte.

Unter seiner Leitung übersiedelte der Betrieb von St. Johann nach Kirchdorf. Der 73-Jährige ist nach wie vor als Gesellschafter im Familienbetrieb tätig. Die dritte Generation vertritt seit 2008 sein Sohn Franz Sinnesberger junior.

 

Bilder: Hannes Brecher, Eurogast Österreich

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