Hochsitz, Steiermark

Die Hütte auf Stelzen
Neben seinen Pisten kann das steirische Skigebiet Riesneralm mit einer zweiten Attraktion aufwarten: dem Hochsitz. Diese unkonventionelle Skihütte bringt die Gäste dem Gipfel nah. Während unten im Donnersbachtal die Jägerstände für Ordnung im Wald sorgen, bietet oben am Gipfel ihr architektonischer Verwandter, der Hochsitz, den Gästen einen besonderen Ort zum Ausruhen und Genießen. Seine großzügige Terrasse schwebt auf einer Pfahlkonstruktion über dem Hang, dadurch bietet sich ein eindrucksvolles Rundumpanorama der Bergwelt. Unter dem schützenden Pultdach entfaltet sich der von heimischen Hölzern geprägte Innenraum.

Große Panoramafenster ermöglichen es den Gästen, sich auch bei Schlechtwetter wie auf der Terrasse zu fühlen. Mit der neu eingerichteten Zirbenstube, der rustikalen Gipfelbar und der Panoramalounge lässt sich der Hochsitz trotz begrenztem Raum auf verschiedene Weisen erleben. Entstanden ist die Skihütte in zwei Phasen. Der ältere Teil wurde im Zuge der Modernisierung der Riesneralm 1999 errichtet, 2010 erfolgte mit der Erweiterung des Skigebietes auch der Zubau.
www.riesneralm.at/winter/skigebiet-steiermark/skihuette-hochsitz/

 

Seethalerhütte, Oberösterreich/Steiermark

Design mit Funktion
Die Seethalerhütte liegt auf 2.740 Meter Seehöhe am Fuße des Hohen Dachstein. Das futuristische Äußere des Baus erlaubt es, die wenigen Ressourcen der kargen Umgebung voll auszuschöpfen. Mit ihren schrägen, schwarzen Wänden, den unregelmäßig platzierten Fenstern und der geometrischen Form ist die Seethalerhütte mit Kalkül ungewöhnlich. An den geneigten Wänden wird Wasser aufgefangen und im Kellergeschoß aufbereitet. Die besonders steile Südseite ist mit Photovoltaikpaneelen verkleidet, bis zu 12 kWh Strom werden erzeugt. So ist die Hütte dank des wortwörtlich schrägen Äußeren autark. Der Eingang wurde unter Beobachtung eines nahen Windphänomens so platziert, dass er beinahe schneefrei bleibt.

Nachhaltiger Bau
Erst seit 2019 steht die neue Seethalerhütte, ein Ersatzbau für ihre morsche Vorgängerin. Als Ersatzbau musste der Entwurf einige Kriterien erfüllen. 22 Betten bestimmen die Nächtigungsfrequenz, auch die Dachgröße musste sich nach jener der alten Holzhütte richten. Aus Holz ist auch der neue Bau vom Keller aufwärts, nämlich aus dicken KLH-Platten. Gemeinsam mit einer 20 Zentimeter dicken Isolierschicht aus gepressten Holzspänen sorgen sie dafür, dass die Raumluft auch ungeheizt nie unter eine Temperatur von zehn Grad fällt.
www.alpenverein.at/seethalerhuette

 

Vilsalpsee, Tirol

Fließende Formen
Der Entwurf für das neue Gasthaus am Tiroler Vilsalpsee verspricht modernes Design und eine Unterordnung gegenüber der Landschaft. Dennoch wurde er vor Ort kontrovers diskutiert. Der Vilsalpsee im Tannheimer Tal gilt als Naturjuwel. „Eine bauliche Intervention an diesem sensiblen Ort sollte mehr Landschaft als Gebäude sein“, erklärt Architekt Mario Gasser den Grundgedanken seines Entwurfes für das neue Gasthaus am Ufer. Durch die zum See hin abfallende Form scheint es Richtung Wasser zu fließen, die Ausrichtung des geschwungenen Grundrisses orientiert sich an der Umgebung. Dieser schafft zwei geschützte Bereiche, die Uferterrasse und den Vorplatz.

Im Erdgeschoß entstehen Kiosk und Restaurant, im Obergeschoß Aufenthaltsräume für Mitarbeitende und eine kleine Betreiberwohnung. Holz spielt eine besondere Rolle: Es soll den Innenraum prägen und eine verkürzte Bauzeit ermöglichen.

Komplexe Entscheidung
Gassers Entwurf verband für die Jury Anpassung an die Landschaft und dezente Kompaktheit bei ungemindert großzügigem Raumerlebnis. Er schaffe „eine unverwechselbare Adresse und neue Identität für den besonderen Ort“. Baubeginn ist 2022.

 

© Next X Nomad / E.Petz, Riesneralm / Wilfried Schrempf / Mario Gasser Architektur

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