fbpx

Pünktlich zum Launch der neuen App haben wir uns mit Testimonial Roland Trettl über die App, die österreichische Gastronomie und Corona unterhalten. In unserem Interview gibt uns der gebürtige Südtiroler Sternekoch einen Einblick in sein Berufs- und Privatleben und verrät, wie er zu der aktuellen Krise steht.

Herr Trettl, Sie sind das neue Testimonial der „Best.Friend“-App. Was war der Anreiz für Sie, als Testimonial zur Verfügung zu stehen? Fällt das unter die Rubrik Abenteuer oder Gesichter?

Wenn eine Anfrage von einer Firma kommt, schaue ich immer genau, ob sie auch zu mir passen würde. Wenn ich das Gefühl habe, dass eine authentische Zusammenarbeit mit dem Betrieb entstehen könnte, dann kann man mich als Testimonial gewinnen. Grundsätzlich sind es nie Abenteuer, weil ich immer versuche, langfristig mit jemandem zu kooperieren, und ich hoffe, dass das mit Eurogast genauso sein wird.

Welcher Einkaufstyp sind Sie? Muss bei Ihnen alles schnell gehen und Sie vertrauen Ihren Partnern oder sind Sie der Flanierer, Tester und möchten die Ware vorher sehen?

Wenn ich in einer schönen Stadt bin, zum Beispiel in Palma, Barcelona oder Marseille, besuche ich auch gerne deren Märkte und schau mir dort die Lebensmittel an, weil mich das immer inspiriert. Zuhause bin ich ein Pragmatiker. Wenn ich einen guten Partner habe, der mir Top-Lebensmittel liefert und dem ich vertrauen kann, dann ist mir das lieber, weil ich so zwei Stunden länger im Bett liegen und trotzdem meine super Qualität ins Haus bekommen kann.

Was ist Ihnen als Koch beim Bestellen der Ware besonders wichtig?

Mir ist es ganz wichtig, dass ich einem Lieferanten blind vertrauen kann. Letztendlich bin ich dafür verantwortlich, was der Gast serviert bekommt. Ich kann nicht sagen: „Tut mir leid, der Fisch war heute nicht gut, weil der Lieferant nicht gut war.“ Deswegen ist Vertrauen das Allerwichtigste. Zusätzlich muss der Bestellvorgang einfach verlaufen. Wenn ich einen Uniabschluss machen muss, nur damit ich Bestellungen aufgegeben kann, dann ist das uninteressant. Es muss also vor allem einfach und die Qualität eins a sein.

Gehen wir etwas auf die aktuelle Situation ein. Wie haben Sie die Zeit des Lockdowns empfunden und was waren Ihre ersten Gedanken?

Ich sage immer: „Mach das Beste aus jeder Situation“. Und ich denke, dass ich das geschafft habe. Ich habe die Zeit zuhause sehr genossen. Ich habe täglich mit meiner Frau gekocht, wir hatten beide unsere Aufgaben und ich habe viel Sport gemacht und ein paar Kilos abgenommen – was auch nicht geschadet hat. Und ich konnte einfach mal meinen Kopf etwas runterfahren und bin mir bewusst geworden, dass nicht alles immer so heiß gegessen wird, wie es gekocht wird.

Aus Ihrer Sicht: Was haben die Kunden und was haben Sie persönlich am meisten vermisst in der Zeit der Schließungen?

Die Situation war für uns alle sehr ungewiss, weswegen aus meiner Sicht die Menschen vor allem das Positive vermisst haben. Vielen – wie auch mir – fehlten die sozialen Kontakte und die Geselligkeit.

Wie soll und wie wird es Ihrer Meinung nach weitergehen?

Zu diesem Thema möchte ich mich nicht äußern, da ich finde, dass bereits viel zu viele Menschen eine Meinung dazu haben. Die, die positiv denken, gehen sicherlich am besten mit der Situation um und aus der Krise heraus.

Werfen wir einen Blick auf Österreich aus internationaler Sicht. Kann die österreichische Gastronomie international mithalten? Wo hat sie noch Aufholbedarf?

Die Gastronomie in Österreich hätte durchaus die Möglichkeit, international mitzuhalten, weil sie eine gute Basis hat: Die Österreicher sind in der Kulinarik stark und sie sind sehr gastfreundlich. Die Voraussetzungen, um vorne mitzuspielen, wären also da. Aber was ich vermisse, ist der Zusammenhalt der Gastronomen. Es herrscht noch zu viel „Eigenbrötlerei“ und Neid. Wenn die Gastronomen miteinander arbeiten würden, dann wären sie, denke ich, noch viel stärker.

Zusätzlich hat die Politik in Österreich noch nicht verstanden, dass der Tourismus eine unserer größten Einnahmequellen ist. Man sollte den Gastronomen nicht immer nur auf die Füße steigen, sondern sie mehr unterstützen.

Bilder: Eurogast Österreich/Bazooka

Weitere Beiträge