Wer denkt, in Frankreich würde man täglich Froschschenkel, Austern und Gänseleberterrine essen, der liegt falsch, vor allem wenn man die Entwicklungen der letzten Jahre betrachtet. Junge, wilde Köche revolutionieren aktuell die französische Gastroszene und bringen neuen Schwung!

Eine ähnliche Entwicklung ist auch in der österreichischen Restaurant-Szene zu beobachten. Musste man früher französische Restaurants lange suchen und waren diese ausschließlich Vertreter der Haute Cuisine, so findet man aktuell immer mehr dieser neuen Bistros und Lokale.

Der in Nizza geborene Koch Denis König serviert seinen Gästen im Wiener Le Salzgries Paris französische Klassiker wie Schnecken, Hummer oder Foie gras. Das Baguette wird vom nahegelegenen Bäcker nach eigener Rezeptur hergestellt. Im Pastis in Graz, benannt nach dem französischen Aperitif, serviert man neben typischen Bistro-Gerichten auch unterschiedliche Frühstücksvariationen. Die Betreiber sehen sich selbst als „junges Team mit viel Liebe zum Detail. Immer gut gelaunt, stets um unsere Gäste bemüht, nie um eine Ausrede verlegen, humorvoll und charmant, ausgesprochen gutaussehend, hoch intelligent, fließend in Französisch, mit leichtem Hang zur Übertreibung.“

Frische französische Küche ohne viel Tamtam serviert Hervé Claude Delclos in seinem Bistro Der Franzos in Klagenfurt. Delclos besinnt sich bei aller Modernität immer auch auf seine Wurzeln: „Das Wissen und der Erfahrungsschatz von fünf Generationen französischer Köche stecken in unserer zeitgemäßen Küche.“

In Tirol kocht seit 14 Jahren Thierry Aragona, der seine Lehre in der Provence absolviert hat. In seinem Bistro Gourmand gibt es mediterrane Menüs und französische a-la-carte-Gerichte wie Kalbsnieren mit Dijonsenfsauce oder Fischsuppe mit Jakobsmuscheln. „Wir sind ein Bistro, das alles oder jeden mag. Kochen kann man ganz einfach definieren, es ist Kunst – Liebe –Technik!“, fasst er zusammen.

Viele Gemeinsamkeiten
Bei allen modernen Entwicklungen und Trends muss man aber auch beachten, dass die französische Küche seit jeher viel mit der österreichischen gemein hat. Potaufeu zum Beispiel ist nichts anderes als der Alt-Wiener Suppentopf, Rindergulasch ist in Frankreich das Boeuf Bourguignon, beide Küchen haben eine Vorliebe für Schmorgerichte. Mit diesen Gerichten – verfeinert mit asiatischen oder afrikanischen Gewürzen und in unkonventioneller Form serviert – liegt man absolut im Trend und bietet seinen Gästen etwas Neues.

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