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Seit 1. März 1991 ist Herwig Stiegler feste Konstante im Schladminger Eurogast-Großmarkt.

Vor 30 Jahren hat er bei Eurogast in Schladming begonnen, seit 2005 ist er Leiter der Auslieferung. Dienstbeginn dabei mitunter morgens um 3 Uhr. Von Müdigkeit zeigt Herwig Stiegler trotzdem keine Spur.

Text: Michael Rathmayr

 

Am 1. März 1991 kam Herwig Stiegler 21-jährig als Auslieferer in den Betrieb. Von Anfang an schätzte er das einmalige Arbeitsklima, freut sich bis heute über die Freundschaften, die über die Jahre mit seinen Kollegen entstanden sind. Auch der regelmäßige Kontakt zu den Eurogast-Kunden rund um Schladming macht ihm immer noch ungebremsten Spaß.

Nicht wenige von ihnen waren schon mit von der Partie, als Stiegler vor drei Jahrzehnten die ersten Touren in der Region gefahren ist. Damals mit einem von nur zwei Lastwägen – im Frühling mit Blumen, Gartenmöbeln, sogar Tischtennistischen im Gepäck. Heute werden ausschließlich Lebensmittel verliefert, der Fuhrpark in Schladming zählt sechs Lkws und einen Kleinbus. 13 Mitarbeiter kümmern sich unter Stieglers Leitung um die Kommissionierung der Waren und deren Auslieferung an die Kundschaft im Tal und hoch oben am Berg.

 

Saisonbetrieb

Stiegler mit seinem Freund und Kollegen Engelbert „Engi“ Schwarzenberger, der seit stolzen 25 Jahren für Eurogast in Schladming und Umgebung unterwegs ist.

Durch die Pandemie war im letzten Jahr auch in Stieglers Arbeitsalltag alles anders als bisher. In einer normalen Wintersaison aber startet seine Woche montags um 3 Uhr Früh: E-Mails mit den letzten Aufträgen abrufen, Kommissionsgeräte bespielen, die Toureneinteilung der Fahrer für den Tag finalisieren. Die meisten Bestellungen kommen mittlerweile online und via Mail, manche – besonders jene der Berghütten – per Telefon, ein paar werden noch vor Ort bei den Kunden von Außendienstmitarbeitern aufgenommen.

Bis 7 Uhr werden die Lieferungen für rund 60 Kunden vorbereitet. Denn gerade während der Saison müsse man früh dran sein, um die Hütten und Restaurants am Berg beliefern zu können. Die Waren holen die Hüttenwirte oft mit Skidoos oder Pistenfahrzeugen an den Bergstationen ab – was jedenfalls passieren muss, noch bevor die ersten Skifahrer auf die Pisten starten. Wenn die Bestellungen unterwegs zu den Kunden sind, geht die zweite Runde für den Nachmittag in Vorbereitung, auch die Lieferungen für Dienstagfrüh.

In der Zwischensaison ist naturgemäß alles entspannter, aber im Winter heißt es für Stiegler und sein Team: Sechstagewoche. Auch während der Sommersaison geht es zunehmend rund, vor allem im vergangenen Sommer war in der Lockdownpause sehr viel los. „Der beste Sommer, seit ich dabei bin“, so Stiegler. Es galt, einiges aufzuholen für die Gastronomen im oberen Ennstal.

Die ersten 14 Jahre im Betrieb hat Herwig Stiegler selbst als Zusteller gearbeitet. Das bringt den großen Vorteil, dass er die meisten Liefertouren gut kennt, viele der Kunden oft getroffen hat und damit auch ein gutes Gespür dafür hat, was zu tun ist, wenn es doch einmal irgendwo zwickt.

 

Kaffeepause

Sechs Lkws und einen Kleinbus zählt der Fuhrpark in Schladming derzeit.

Die Ruhe zwischendurch am Steuer vermisse er manchmal, seit er 2005 die Leitung der Auslieferung übernommen hat. Jetzt, im Büroalltag, ist Stiegler allzeit erreichbar, fragt bei Unklarheiten nach, findet Lösungen bei kleinen Engpässen, feilt an der Einteilung der wöchentlich rund
30 Touren, bereitet Rechnungen vor, organisiert zwischendurch die „Milchtour“ aus der angeschlossenen Ennstal Milch in Stainach.

Trotz der Verantwortung und der vielen Aufgaben genießt er die Freiheiten in seinem Arbeitsalltag: „Wenn ich tagsüber zwischendurch für einen Termin auf die Bank oder zur Gemeinde muss, ist das nie ein Problem.“ Denn wichtig sei am Ende nur, dass die Arbeit gut erledigt wird. „Und wenn meine Fahrer beim Zustellen einen Kaffee angeboten bekommen, dann dürfen sie den, so wie ich früher auch, natürlich trinken.“

 

Infobox:

Dienstschluss

Herwig Stiegler ist Vater von vier Kindern: einer Tochter Mitte 20 und bald volljährigen Drillingen – zwei Mädchen und einem Bub. Zu seinen Hobbys sagt er: „Das Skifahren wird einem hier bei uns einfach in die Wiege gelegt.“ Auch Tourengehen und Bergsteigen liebt er, überhaupt schätzt er die Freizeit oben am Berg.

Auch als Jäger ist Stiegler viel in der Natur unterwegs.Er lebt mit seiner Familie in Aich. Gemeinsam mit seinem Onkel bewirtschaftet er als begeisterter Nebenerwerbsbauer außerdem einen kleinen Hof oben am Berg, mit einigen Schafen und Ochsen.

 

 

Bilder: Michael Rathmayr

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