Von dort, wo die Sonne aufgeht, weht ein frischer Wind nach Europa. Der Levante, der Nahe Osten von der Türkei über Syrien, den Libanon und Israel weiter bis Jordanien, hält mit Gewürzen, Gemüsen und frischen orientalischen Speisen Einzug in unsere Essgewohnheiten.

Vieles, was unsere Esskultur jüngst belebt, hat seinen Ursprung in Tel Aviv. Die moderne „Weltstadt“ am östlichen Mittelmeer ist bekannt für eine sich stets neu erfindende Gastronomie und für relaxte Lebensart zwischen Strand und Orangenhainen. Vor einigen Jahren nahm die israelische Küche an Fahrt auf. Allmählich lösten sich Köche und Gastronomen von der eher hausbackenen Kulinarik der Kibbuze, die das Land mit allen landwirtschaftlichen Erzeugnissen versorgte. Arabische und persische Einflüsse und Gemüseimporte bereicherten immer mehr den Speiseplan des Landes.

In Tel Aviv zelebrierten junge, wilde Köche eine Art der Zubereitung, die keinen Ideologien unterworfen ist. Ganz anders als die traditionelle, koschere Küche mit ihrem Regelwerk und festgelegter Speisereihenfolge ist „Fusionsküche“ in Tel Aviv und überall dort, wo Migranten, israelische, arabische oder persische Köche kreativ ans Werk gehen, ein natürlicher Prozess. Die levantinische Fusionsküche à la Tel Aviv streckt ihre Fühler auch zu uns nach Europa aus, und Eurogast macht sich auf die Spuren dieses neuen Trends, den wir beispielsweise in Wien im Miznon am Stephansplatz oder in Innsbruck im Marrusch oder in Soultans Feinkost gefunden haben.

Bilder: iStock (efesenko, byheaven, Calffy, yulka3ice, piyaset)

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