Für die einen undenkbar, für die anderen täglicher Begleiter – die Firmenkantine. Oft behaftet mit Vorurteilen und Klischees, wird die Qualität der dort angebotenen Speisen häufig unterschätzt. Eurogast hat bei Firmen mit Kantine und Cateringunternehmen nachgefragt, welche Entwicklungen und Herausforderungen es zu bewältigen gibt, und wie wichtig eine gute Menüplanung ist.

„Die ‚Außer-Haus-Verpflegung‘ nimmt einen immer größeren Stellenwert ein“, erklärt uns Peter Zillner, Geschäftsführer der Cateringfirma Sana, die täglich Gesundheitseinrichtungen, Betriebskantinen, Kindergärten und Schulen beliefert. „Die Leute wollen schnell, unkompliziert und bequem an ihr Essen kommen, legen dabei aber immer größeren Wert auf hochwertige und frische Produkte.“ Rund 2.500 Menschen hat die Großküche jeden Tag zu versorgen und steht dabei vor der Herausforderung, Klasse und Masse zu kombinieren.

Imagepolitur
Um dem schlechten Image des Kantinenessens entgegenzuwirken, legen immer mehr Unternehmen Wert auf biologische Lebensmittel aus nachhaltigem Anbau. So lautet auch das Motto des Caterers: „Wir leben Regionalität und Saisonalität.“ Außerdem achtet er verstärkt auf saisonale Abwechslung, was bei den Mitarbeitern besonders gut ankommt. „Generell versuchen wir, dem hastigen Berufsalltag eine gemütliche Kantinen-Atmosphäre entgegenzusetzen und für die Mitarbeiter einen Erholungsfaktor in der Mittagspause zu schaffen“, so Zillner.

Abwechslungsreiche Wochen-Menüs begeistern die Mitarbeiter von Plansee.

Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt
Was viele überrascht: Auch in Großküchen kann ganz schön kreativ gekocht werden. „Unsere Küchenchefs unterliegen keinen Einschränkungen bei der Auswahl der Komponenten und haben also freie Wahl, was die Menüs und das Angebot betrifft“, erzählt Zillner. Von einem reichhaltigen Frühstück über gesunde Jausen-Stationen und frische Salat- und Gemüsebuffets bis zu diversen vegetarischen oder veganen Gerichten – der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Zusätzlich können die Köche durch das ständige Wechseln der Wochenmenüs schnell und unkompliziert auf die Wünsche der Mitarbeiter eingehen und so erneut die Qualität des Essens und die Zufriedenheit der Kunden gewährleisten.
Obwohl Cateringfirmen zum Teil sehr unterschiedliche Kunden beliefern, wird bei Sana darauf geachtet, keinen Unterschied in der Qualität der Speisen für Gesundheitseinrichtungen und für Unternehmen zu machen, denn jeder Mensch profitiert von gesunder, ausgewogener Ernährung. Um die Qualität der Mahlzeiten trotzdem leistbar zu halten, brauchen Kantinen allerdings die Unterstützung des Unternehmens. Wie das funktioniert, zeigt Plansee, ein Metallwerk in Tirol mit eigener Kantine, in der täglich 1.700 Mitarbeiter verköstigt werden. „Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, qualitativ hochwertige Menüs zu einem leistbaren Preis anzubieten, und unterstützen so die Kantine mit einem großen finanziellen Beitrag“, erklärt Dénes Széchényi, Kommunikationsleiter bei Plansee.

Da weiß man, was drin steckt
Auf der neuen Qualitätsschiene wird bewusst auf Fertigprodukte verzichtet. „Authentizität, Transparenz und Ehrlichkeit sind für Plansee besonders wichtig, denn jeder Mitarbeiter hat das Recht zu wissen, was in seinem Essen steckt“, erklärt Széchényi weiter. Die Maßstäbe setzt das Unternehmen bewusst hoch: Die Anlieferung muss nachhaltig und nachvollziehbar sein; gekocht wird ohne Zusatzstoffe wie Geschmacksverstärker oder Hefeextrakte. So schafft das Unternehmen die Integration von Qualität in der Kantine, ergänzt der Kommunikationsleiter. „Unsere Philosophie ist es, für unser Team so gesund und regional wie möglich zu kochen und jedem Mitarbeiter täglich ein breites Angebot an frischen Lebensmitteln zu bieten. Und diese Qualität schmeckt man!“

Bodenständigkeit besticht

Ein ehrliches Angebot bietet das Kaefers in der Steiermark.

Auch in Hartberg in der Steiermark wird der Trend zu mehr Regionalität aufgegriffen. Das Restaurant Kaefers bietet seinen Gästen sowohl im eigenen Lokal als auch als Cateringdienst regionale und frische Gerichte. „Der Trend geht zu 100 % zu ehrlicher Küche zurück.“ – Das hat Geschäftsführerin Michaela Huszar-Käfer schon lange erkannt. Seitdem setzt sie gemeinsam mit ihrem Mann Juri Huszar bewusst auf Regionalität und Bodenständigkeit. Mit ihrem Erfolgsrezept der „ehrlichen Hausmannskost“ ist das Kaefers eine beliebte Anlaufstelle für regionale Kunden wie die Firma Ringana. Das steirische Vorzeigeunternehmen bestellt ausschließlich vegetarische Menüs, immer mit frischem Salat und hausgemachtem Dressing. Aber auch die eigenen Mitarbeiter schätzen die schmackhafte Küche bei Kaefers: „Zu uns kommen die Menschen zum gemütlichen Essen, Trinken und Naschen“, bestätigt Huszar-Käfer. „Sie wissen, woher unsere Produkte kommen, und das wird sich auch nie ändern!“

 

Bilder: Plansee Group, Kaefers

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