Blickt man auf die Geschichte der Kartoffel zurück, findet man ihren Ursprung im Inkareich, wo die Knolle früher „papa“ genannt wurde. Von dort brachten sie spanische Entdecker und Eroberer nach Europa, wo sie mittlerweile den Ruf als wahrer Allrounder innehat. Als heiß geliebte Beilage landen Kartoffeln heute in den unterschiedlichsten Formen und Farben auf den Tellern der Österreicher. Weltweit gibt es über 5.000 unterschiedliche Erdäpfelsorten, die sich nicht nur im Geschmack unterscheiden, sondern auch in der Größe, im Geruch, im Kochtyp und in ihrer Farbe. Die Österreicher verzehren pro Kopf rund 49 Kilogramm Kartoffeln in einem Jahr.

Schwieriges Kartoffeljahr

Im Kartoffeljahr 2018 hatten einheimische Bauern und generell Landwirte in ganz Europa mit extremen Witterungen und dem sogenannten Drahtwurm zu kämpfen. Der Schädling hatte ein Viertel der Erdäpfel so beschädigt, dass diese nicht mehr verkauft werden konnten. Generell ist Trockenheit ein großes Problem, das auch Auswirkungen auf die Anbaubereitschaft der Landwirte und die Anbaugebiete hat. „Gott sei Dank sind wir bis jetzt von solchen schwerwiegenden Schäden verschont geblieben“, äußert sich Michael Gindl von den „Ennstaler Erdäpfeln“ zu der aktuellen Lage. „Unser Anbaugebiet ist zum Glück von den Einflüssen des Klimas und der Schädlinge kaum betroffen und die Sorten Melody, Belona und Valdivia sind auch heuer voraussichtlich von Anfang September bis Mai erhältlich. Unsere Kunden achten immer mehr auf Regionalität. Darum ist es auch bei Alternativen wichtig, auf heimische Händler zurückzugreifen“, so Gindl.

Knollen, Wurzeln und andere Alternativen

Eine Alternative zur Kartoffel ist Topinambur. Die essbaren Knollen erinnern durch ihre Form auf den ersten Blick an Ingwer. Geschmacklich ähnelt Topinambur im rohen Zustand Artischocken; gekocht schmeckt die Kartoffelalternative angenehm süßlich und nussig. Ein Tipp vieler renommierter Köche ist, den Topinambur nicht zu schälen, sondern nur zu waschen oder zu bürsten. Fein gehobelt mit einem dünnen braunen Rand wird die Knolle so zum Hingucker.

Eine etwas ausgefallenere Alternative gehört ebenfalls zur Gruppe des Wurzelgemüses: der Knollensellerie. Mit einem hohen Anteil an ätherischen Ölen kurbelt das Gemüse nicht nur den Stoffwechsel an, sondern überzeugt außerdem mit würzigem Geschmack. Würfelig geschnitten vertritt es die Kartoffel in Eintöpfen und Suppen oder kann in Form von Püree als schmackhafte Beilage serviert werden.

Es gibt auch Exoten unter den Kartoffelalternativen, wie zum Beispiel die Yamswurzel. Yams ist außerdem bekannt unter den Bezeichnungen „Knollenbohne“ oder „Brotwurzel“ und ist in Südchina beheimatet, gedeiht aber genauso in österreichischem Boden und weist wie die Kartoffel eine große Artenvielfalt auf. Geschmacklich wird die Wurzel häufig mit Süßkartoffeln verglichen.

Bilder: iStock.com/oticki (1), iStock.com/tomasworks (1), Landmarkt KG (1)

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