Inbegriff der neuen Ess- und Gastro-Kultur aus Tel Aviv, auch „levantinische Küche“ genannt, sind die „Mezze“. Das sind verschiedenste kleine Köstlichkeiten, bei denen die Tischgemeinschaft meist ohne Besteck herzhaft zugreift. Jeder probiert von allem, alle genießen gemeinsam. Die „Kultur des Teilens“ nennt der Inhaber der Miznon Kette, Eyal Shani, diese Art, das Essen zum Gemeinschaftsakt werden zu lassen.

Die besten Partys enden in der Küche. Es wird gelacht, geplaudert und man nascht die Reste von den Platten. Und so wirkt der Abend in einem Lokal des Gastronomen. Eyal Shani ist in Tel Aviv unter anderem mit seinem Restaurant HaSalon ein Star. Hier bereiten fröhliche Köche die Speisen in der offenen Küche vor den Augen der Gäste zu, oft mit großem Show- und Wow-Effekt. Beim Geschmack steht aber jede Zutat für sich selbst. So gilt Shani als Erfinder des „Tomaten-Sashimi“, für das er einfach eine geschälte Tomate in Streifen schneidet. Auch im Wiener Miznon zelebriert er seine Philosophie vom Kochen und sinnlichen Genießen. Mit der Hand essen gehört dazu, ebenso wie die aphrodisierende Wirkung, die seiner Meinung nach mit Liebe zubereitete Speisen haben können. Wir sind begeistert und hoffen, dass sich auch so mancher österreichischer Gastronom davon hinreißen und inspirieren lässt, denn „Food can bring people together in a way nothing else could.“

Bilder: Lisa Leutner, iStock (Calffy, yulka3ice, piyaset)

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