Gelungenes Catering erfordert eine gehörige Portion Flexibilität, gleichzeitig aber auch Planung. Beides stecken Stefan Monitzer und Ralf Berner in ihr Herzensprojekt.

 

Text: Theresa Kleinheinz

Anpassungsfähigkeit ist gefragt in der Branche von Stefan Monitzer und Ralf Berner. Verschiedene Locations, unterschiedlichste Gäste, wechselnde Gerichte –
als Caterer braucht es gute Nerven und viel Kreativität. Beides bringen die beiden Männer, gepaart mit viel Erfahrung im Cateringbusiness, mit. Das war notwendig für den Schritt in die Selbstständigkeit, den sie Anfang des Jahres gewagt haben. Mit ihrem Genusscatering sind die beiden seit Februar vor allem im Raum Kitzbühel und Kufstein unterwegs.

Fast zehn Jahre haben Stefan Monitzer und Ralf Berner vorher zusammengearbeitet. „Ralf war immer der Küchenchef und ich der Part daneben“, sagt Monitzer. Diese Arbeitsteilung haben sie beibehalten. Während Berner für das Kulinarische zuständig ist, kümmert sich Monitzer um die Organisation der Aufträge – und vor allem das Telefon. Das klingelt nämlich etwa alle fünf Minuten.

Bevor eine Feier losgehen kann, ist Planung gefordert. Nach einer Besichtigung der Location erstellen die beiden Gastronomen einen Menüvorschlag. Was geht, wird in der eigenen Küche im Zentrum Kitzbühels vorbereitet. Am Ort der Feier werden die Gerichte vollendet. „Überall ist es anders. Da gibt’s sehr große Küchen, wo man gut kochen kann. Dann gibt’s aber auch Abstellkammern, wo man dann anfängt, zu improvisieren“, erzählt der gelernte Koch Ralf Berner. Eine immer wiederkehrende Herausforderung dabei ist die Stromversorgung für den mobilen Induktionsherd. Außerdem steigen Partys ob der schöneren Aussicht meistens in oberen Stockwerken. Logistisch ist also vieles zu bedenken.

 

 

Auf Wunsch

Die wechselnden Herausforderungen sind es, die den beiden an ihrem Job gefallen. „Jede Familie ist anders, jede Feier ist anders. Mal ist man auf dem Berg und schaut runter und darf Grillen auf 1.800 Metern“, so Berner. Saisonal sind die Wünsche der Kundinnen und Kunden unterschiedlich. So ist im Sommer das Grillbuffet beliebt, im Winter setzen viele auf ein klassisches Bauernbuffet.

In eine kulinarische Schiene lässt sich das Angebot von Genusscatering nicht einordnen, zu unterschiedlich sind die Anforderungen. Von bodenständiger Hausmannskost bis zu ausgefallenem Fingerfood ist das Repertoire breit gefächert. Je nach Bedarf liefert das insgesamt fünfköpfige Team nur das Essen oder aber auch das komplette Paket vom Service über das Geschirr bis zum Kochen vor Ort. Zum Komplettpaket gehört auch die Dekoration. „Ich bin der mit dem grünen Daumen“, lacht Stefan Monitzer. Hier arbeitet er mit lokalen Gärtnereien und Blumenhändlern zusammen.

 

Gute Basis

Im fast einjährigen Bestehen hat sich Genusscatering bereits einen Namen gemacht. „Wir waren zum Beispiel beim Generali Open und dem Kitz Kongress in Kitzbühel dabei“, sagt Berner. Das größte Event, das Genusscatering bisher zu verbuchen hat, ist das Haflinger Europachampionat 2021 im oberösterreichischen Stadl-Paura. Hier verköstigte das Team rund um Monitzer und Berner rund 2.000 Menschen. Bei solch großen Veranstaltungen greifen die beiden Geschäftsführer zudem auf freie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zurück. Sie kommen meistens aus der Tourismusschule und sammeln somit Erfahrung im Cateringbusiness.

In der St. Johanner Tourismusschule hat auch Stefan Monitzer seine ersten Gastronomieerfahrungen gemacht. Kochen war allerdings nicht sein Fall. „Mich haben immer Service, Backoffice und die Unternehmensführung interessiert“, so der 28-Jährige. In seinem zweiten Job hat er schließlich Ralf kennengelernt. Nach fast zehnjähriger Zusammenarbeit waren sich die beiden sicher, dass einer erfolgreichen Firmengründung nichts mehr im Wege steht.

Und ihre Pläne sind groß: Neben einem Ausbau der Küche steht die Eröffnung eines Cafés in einem neuen Gründerzentrum für Start-ups in Kitz­bühel an.

 

 

Das erste Jahr

Im Dezember 2020 haben Stefan Monitzer und Ralf Berner beschlossen,
Genusscatering zu gründen. Im Jänner 2021 wurde eine Location in Kitzbühel gefunden und ausgebaut, seit Februar wird dort gekocht. Neben Catering bieten sie auch Take-away an.

 

Zu den Personen:

Ralf Berner
ist Profi der alten Schule. Der gebürtige Deutsche absolvierte eine Kochlehre und arbeitet seit Jahren in der Catering-branche. Die Liebe verschlug ihn nach Tirol. „Mit Familie, Hund, Haus und Garten bin ich ausgelastet“, sagt der 40-Jährige über seine knapp bemessene Freizeit.

 

 

Stefan Monitzer
kommt aus Aurach bei Kitzbühel. Der ehemalige Tourismusschüler engagiert sich in gemeinnützigen Vereinen in Kitzbühel. Seit Oktober ist der 28-Jährige Bezirksvorsitzender der Interessenvertretung Junge Wirtschaft.

 

 

 

© Axel Springer / Genusscatering / Gab Marquess

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