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Das Thema Nachhaltigkeit beschäftigt nicht nur Gastronomie und Hotellerie, auch Großmärkte streben grüne Ziele an – wie Eurogast Landmarkt mit dem Umbau in Liezen.

Text: Theresa Kirchmair

 

Siebzehn Jahre ist es her, dass der Markt in Liezen in Betrieb ging. Während sowohl Großkunden als auch Endverbraucher unter ihrem Dach ihre Besorgungen machten, nagte der Zahn der Zeit an der Infrastruktur. Daher entschloss sich Landmarkt, rund 1,5 Millionen Euro zu investieren, und baute die Halle im Frühjahr in knapp vier Wochen um. Dass es bei der Modernisierung auch um Nachhaltigkeit gehen würde, war für den Bereichsleiter der Eurogast Landmarkt und Marktleiter Bernhard Wolfgang selbstverständlich: „Das ist eine Richtung, die wir schon länger verfolgen.“

 

Kaltes Kohlendioxid

Ein Grund für den Umbau war die Kühlanlage. Sie hatte langsam das Ende ihrer Lebensdauer erreicht und ihr Basisstoff war in der Klimabilanz nicht gut gealtert. „Da war das R404A-Kühlmittel drinnen“, erklärt Wolfgang. Dieses wurde früher in den meisten herkömmlichen Klima- und Kälteanlagen verwendet und gehörte zu den sogenannten fluorierten Treibhausgasen. Im Sinne des Klimaschutzes dürfen keine neuen Anlagen damit gebaut werden. Auch Wartung und Instandhaltung bestehender Anlagen mit R404A sind seit 2020 ab einer bestimmten Größe verboten.

Die veraltete Technik ist nun einer CO2-Kälteanlage gewichen. Da nur bereits bestehendes Gas verwendet wird, ohne neu gebildetes auszustoßen, bleibt die Anlage in dieser Hinsicht laut Wolfgang klimaneutral. CO2 hat als Kältemittel einige Vorteile, auch gegenüber anderen natürlichen Varianten: Es gilt als sicher, gut verfügbar, vergleichsweise kostensparend und trägt weder zum Treibhauseffekt noch zur Zerstörung der Ozonschicht bei.

 

Sonnenkraft

Auch am Dach wurde erneuert. Auf 300 Quadratmeter Fläche erstreckt sich dort nun eine Photovoltaikanlage zur Stromgewinnung. Sie hat eine Leistung von 60 Kilowatt Peak, was ungefähr 60.000 Kilowattstunden entspricht und zur Abdeckung der Grundlast beitragen soll. Der Bau geschah gewissermaßen durch Landmarkt selbst: Der Handelsbetrieb führt zusätzlich ein Elektroinstallationsunternehmen mit 50 Mitarbeitern.

Im Inneren wurden die Umbauten ins rechte Licht gerückt: Neue Optik und optimierte Arbeitsbereiche werden nun durch LED- statt Halogenleuchten beschienen. Das verspricht besseres Licht bei geringerem Stromverbrauch. Als nächster Schritt in Richtung Nachhaltigkeit steht der Wechsel von der Ölheizung auf eine Biomassefernwärmeanlage an.

 

Tradiertes Bewusstsein

Die Nachhaltigkeitsbestrebungen werden nicht nur von tagesaktuellen Themen wie Verpackungsverordnung und Kühlmittelverbot getrieben. Landmarkts Lkw-Flotte wird regelmäßig erneuert – „alle sieben bis neun Jahre, damit man auf dem besten technischen Stand ist“, erklärt Bernhard Wolfgang. Regionalität ist nicht nur in Bezug auf möglichst kurze Fahrtwege von Bedeutung: „Das zieht sich bei den Produkten durch, wir schauen darauf, dass wir gute Qualität zu vernünftigen Preisen anbieten und nicht auf der Billigschiene fahren.“ Qualität werde sich langfristig durchsetzen.

Im Bereich Verpackung hatte der Betrieb seit jeher einen Vorsprung, da man statt in Plastik eingewickelte Zustellcontainer auf Gittermodelle setzt, die Folierungen überflüssig machen. Auch in Sachen Zielgruppe griff man späteren Ereignissen vorweg, denn er ist auch auf Endkunden außerhalb der Gastronomie ausgelegt. Diese Strategie wurde in der Coronakrise von einigen Mitbewerbern angenommen, erzählt der Bereichsleiter: „Wir waren immer schon auf beiden Schienen unterwegs.“

 

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© Michael Rathmayr

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