Seit 20 Jahren sind Gerhard Schweiger und Martin Wieser für Eurogast Almauer unterwegs. Beide mit großem Einsatz am Steuer, eint sie auch die Freude am Austausch mit ihren Kunden.

Text: Michael Rathmayr

Das Schönste an der Arbeit sei der enge Kontakt, der sich über die Jahre zu den Kunden entwickelt habe, sagt Gerhard Schweiger. „Von vielen haben wir die Kinder aufwachsen sehen.“ Durch die regelmäßigen Touren, ein bis dreimal pro Woche werden die Betriebe mit frischen Lieferungen versorgt, habe man zu den meisten echte Freundschaften aufgebaut. Und, ein positiver logistischer Nebeneffekt, man kenne die Zufahrtsstraßen bei wirklich jeder Witterung, auch im tiefsten Winter. Denn mit Wurzeralm und dergleichen im Programm schadet es nicht, auf den verschneiten Bergstraßen neben den obligatorischen Schneeketten auch die oftmals unerlässliche Erfahrung im Gepäck zu haben.

 

Runden drehen

„Wir fahren sehr viel abseits der gängigen Routen“, erzählt Martin Wieser. Da habe zwischen Wurzer-alm, Höss, Ötscher und Hochkar jeder schon seine Abenteuer erlebt. Zu spät sei man dabei noch nie gekommen – obwohl die beiden Eurogast-Fahrer oft die Ersten sind, die nach dem Schneepflug, manchmal noch vor diesem, bei den Berggastronomen eintreffen. 25 bis 30 „Runden“ sind es täglich, die Schweiger und Wieser fahren. Natürlich nicht alle hoch zu Berge: Krankenhäuser, Altenheime und sämtliche Arten von Gastronomie in Linz, direkt in Steyr oder anderswo in der Region, stehen genauso am Fahrplan. Aufgeladen wird nur ein Mal, das sehr zeitig: Der Arbeitsbeginn zwischen 3 und 4 Uhr morgens sei Gewohnheitssache – in Fleisch und Blut habe er das inzwischen, so Martin Wieser.

 

Schlüsselrollen

Bekannte machten Wieser 2001, direkt nach dem Bundesheer, auf die freie Stelle bei Eurogast Almauer aufmerksam. Gerhard Schweiger hingegen war damals schon länger als Kraftfahrer im Einsatz, in der Baubranche. Nach 16 Jahren kündigte er seinen Job dort, auf Arbeitssuche sei er glücklicherweise nur für zwei Stunden gewesen. „Am Freitag um 10 Uhr vormittags habe ich gekündigt, mittags hatte ich schon die neue Stelle bei Eurogast. Und am folgenden Montag um 6 Uhr Früh habe ich angefangen.“ Schweiger und Wieser erinnern sich noch an eine legendäre Schicht, als sie bis in den späten Abend hinein einen defekten Lastwagen reparierten – bei strömendem Regen das Ganze. Am nächsten Morgen um 5 Uhr saßen sie trotzdem beide wieder am Steuer. Diese Verlässlichkeit und die persönliche Ebene seien es, die viele ihrer Kunden so schätzten.

Es sei gar nicht ungewöhnlich, dass regelmäßig Schlüssel hinterlegt würden, wenn die Wirte gerade anderswo unterwegs seien. Ob mitten in der Wintersaison, beim wachsenden Sommer- und Herbstgeschäft – viel zu tun sei am Ende immer. „Aber langweilig wird es auch nie.“ Und zwischendurch sei zumindest in der Nebensaison auch einmal Zeit für einen Kaffee. So komme man wieder auf den neuesten Stand, was bei den Kunden so los sei.

 

 

Zu den Personen:

Gerhard Schweiger (links) steht drei Jahre vor seiner Pensionierung. Dass der Ruhestand seinem Namen allzu gerecht wird, steht nicht zu befürchten. Neben seiner Vorliebe fürs motorisierte Zweirad ist Schweiger gleich in mehreren Vereinen in tragender Rolle tätig. Bis Weihnachten seien in diesem Jahr schon seit Anfang November alle Wochenenden ausgebucht.

Martin Wieser ist begeisterter Sportler, auch in der Freizeit viel in den Bergen unterwegs. Hindernisläufe wie das „Spartan Race“ hätten es ihm besonders angetan. Die Bewerbe steigen meist wochenends, unter der Woche versucht er, wenn möglich, dreimal dafür zu trainieren.

 

© Michael Rathmayer / Gerhard Schweiger

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