#8 – Gitti Birk

In ihrem Hotel Stäfeli in Zug am Arlberg ist Gitti Birk eine echte Allrounderin. Die begeisterte Gastgeberin führte ihr erstes Unternehmen, als sie 20 war.

Dass Gitti Birk in der Hotellerie arbeitet, ist angesichts ihrer Familiengeschichte kein Wun­der. „Wie bei so vielen meines Alters wurde mir der Beruf quasi in die Wiege gelegt“, erklärt sie. Gemeinsam mit ihren sechs Geschwistern wuchs sie im Gasthaus der Eltern auf, die laut ihr als Pioniere der Region das Fondue in Lech erst bekannt machten.

 

Voller Einsatz

Nachdem Gitti Birk die Hotelfachschule und diverse Praktika absolviert hatte, führte sie schon mit 20 einen Betrieb. 1992 war die Zeit für ein eigenes Projekt reif: Sie und ihr Mann, Heinz Birk, bauten ihr Hotel Stäfeli. Heute leitet es das Paar gemeinsam mit Tochter Stephanie und deren Partner Thomas.

Frau Birk packt besonders in der aktuellen Lage überall im Haus mit an, ihre regulären Hauptaufgaben beschreibt sie so: „Ich bin die Besitzerin und unterstütze unsere Tochter an der Rezeption, übernehme Buchhaltung sowie Dekoration im Haus.“

 

Familienbetrieb

Während die Großmütter den Birks bei der Betreuung der damals noch kleinen Tochter halfen, bauten diese ihr Hotel immer weiter aus. Heute umfasst es zusätzlich ein Restaurant, ein Café und einen eigenen Weinhandel.

Die Schlüssel zum Erfolg sind für Gitti Birk gute Ausbildung, Ausdauer und Freude am Beruf. Auch eine Portion Flexibilität und Bereitschaft, zurückzustecken, seien hilfreich. „Ich bin überzeugt, dass sich diejenigen durchsetzen, die auch Herz in ihre Arbeit stecken und nicht nur den Profit sehen“, erzählt sie.

 

Starke Positionierung

Frau Birk lernt schnell, sich durchzusetzen, sowohl während ihrer Ausbildung als auch später in der Gemeindevertretung. „Politisch wie auch in den Betrieben hat sich in den letzten Jahren viel getan. Und wie heißt es so schön? Hinter jedem erfolgreichen Mann steht eine noch stärkere Frau“, so die Hotelchefin.

„Ich möchte an dieser Stelle an alle Jugendlichen einen Appell richten: Gute Ausbildung, Ausdauer und Freude an der Sache sind die besten Voraussetzungen für eine gute Positionierung in jedem Beruf“, erklärt sie. Zudem sei es wichtig, nicht gleich aufzugeben, wenn etwas nicht laufe wie gewünscht. Oft ergäben sich Lösungen von selbst oder entstünden mit Nachdruck und Ausdauer.

 

 

 

#9 – Alexandra Gürtler

Theresa Rogl gilt nicht nur in ihrer Heimat Kals als großes Talent: Die junge Osttiroler Köchin hat sich mit Medaillen bei den wichtigsten Wettbewerben der Branche auch international einen Namen gemacht.

Backen mit der Mama, Kochen mit der Oma, Ribisel im Garten sammeln, Kartoffel ausgraben: Theresa Rogl hat es schon als kleines Mädchen zu Lebensmitteln und in die Küche gezogen. Die endgültige Entscheidung, Köchin zu werden, fiel aber erst einige Jahre später:

Wie viele ihrer Freunde, besuchte Rogl nach der Hotelfachschule den dreijährigen Aufbaulehrgang, um studieren gehen zu können. „Ich habe dann aber schon im ersten Jahr gemerkt, dass ich unbedingt kochen und nicht länger die Schulbank drücken will“, erinnert sie sich. Es folgten die Kochlehre im ****S Gradonna Mountain Resort, verschiedene Stationen in Hotels und Gasthäusern – und zahlreiche Auszeichnungen: Staatsmeisterin der Jungköche, die Bronzemedaille bei der Weltmeisterschaft der Jungköche, Silber und Bronze bei der Kocholympiade.

 

International erfolgreich, regional verwurzelt

„Diese Auszeichnungen bedeuten mir natürlich sehr viel“, erzählt Rogl. Sie denke immer wieder gern an die Wettbewerbe und Erfolge zurück, vor allem an Tagen, an denen nicht alles rund läuft und Zweifel aufkommen – da helfe es, sich daran zu erinnern, was man bei diesen Wettbewerben geschafft hat, dass man auch unter Druck performen und punktgenau abliefern kann. Wichtiger als die Auszeichnungen sei für sie aber, ihre eigenen Ansprüche erfüllen zu können: „Man kann etwas gewinnen und jeder kann sagen: Wow, super. Aber wenn du selber nicht mit deiner Leistung zufrieden warst, wird sich das nicht wie ein Erfolg anfühlen. Wenn du mit deiner Leistung zufrieden bist, hast du auch mit einem fünften Platz gewonnen.“

Mit 25 Jahren ist sie nicht mehr zu den Jungkoch-Wettbewerben zugelassen, deshalb ist Theresa Rogls nächstes großes Ziel die Ausbildung zum Küchenmeister. „Und ich möchte einfach in der Region was erreichen“, sagt sie. „Das Ziel ist, noch mehr Produkte aus der Region zu verwenden und die in Szene zu setzen, und vor allem auch die Leute, die dahinterstehen, zu unterstützen, damit die davon leben können und sehen, wie toll ihre Produkte sind.“ Langfristig plant sie deshalb auch, irgendwann das Gasthaus ihrer Eltern fortzuführen – in den nächsten Jahren will sie aber erst noch Erfahrung in anderen Betrieben sammeln und die Welt sehen.

 

Kreativität als Schlüssel

Ihren Kochstil beschreibt sie als offen und kreativ: „Ich glaube, meine Stärke ist, dass ich alle Produkte ohne Vorurteile anschaue, sie kombiniere und dann was Gutes daraus mache.“ Dieses Interesse an verschiedenen Lebensmitteln und das Potenzial, sie durch unterschiedliche Zubereitungsmethoden und spannende Kombinationen in etwas komplett Neues zu verwandeln, hat Rogl von Anfang an geprägt – genau wie die Freude, gemeinsam mit einem Team alles zu geben, um den Gästen ein besonderes Genusserlebnis bieten zu können.

Wenn diese Leidenschaft da ist, sei es auch kein Problem, dass der Job an sich hart ist. „Wenn man sich nicht sicher ist, spürt man natürlich jeden Tag, jede Stunde, jeden Kilo an Kartoffeln, den man schälen muss. Aber wenn die Einstellung stimmt und Kochen das ist, was man will, dann ist das alles nicht so schlimm“, betont die Köchin. Man lerne irgendwann sogar Aktivitäten wie das Kühlhausputzen und Gemüseschälen zu schätzen: „Gerade wenn man dann an dem Punkt ist, wo man kreativ und verspielt sein kann am Herd, sind diese monotonen Arbeiten Möglichkeiten, die Kreativität ein bisschen sacken zu lassen und sich neue Ideen zu holen.“

 

 

© MARCEL A. MAYER, Franz Oss

 

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