Wir Österreicher waren schon immer Meister im interkulturellen Austausch – viele Rezepturen und Gerichte, die als typisch österreichische Landesspezialitäten gelten, hätten ohne Einflüsse anderer europäischer Kulturen wohl nie ihren Weg in unsere Kochbücher gefunden. Die Gerichte, die verschiedenste Österreicher im Ausland entdeckt haben, wurden nach Österreich gebracht und hierzulande verändert, verfeinert und an den österreichischen Gaumen angepasst. Was aber am wichtigsten ist: Für uns Österreicher nimmt das Essen einen ganz besonderen Stellenwert ein. Wir sind sehr stolz auf unsere vielfältigen und abwechslungsreichen Gerichte, die die österreichische Küche zu einem ganz besonderen Genuss machen. Und genau das ist es auch, was die Gäste so schätzen an Österreich und unseren typischen Gerichten.
Doch nicht nur innerhalb unserer Landesgrenzen spricht man in hohen Tönen von der österreichischen Küche – auch im Ausland sind wir für unsere Klassiker bekannt. Laura Centrella, eine belgische Foodjournalistin italienischer Herkunft, sagt: „Manches erinnert mich an Italien. Die Gerichte sind eigenständig und natürlich, aber trotzdem raffiniert. Für mich hat Österreich eine eigenständige geschmackliche Identität!“

Eurogast hat einen Blick in die feinen und regionalen Lokale heimischer Gastronomen geworfen und dabei das eine oder andere Geheimnis erfahren. Andreas Schwarzmayer, Nicolas Baumann, David Salchner und Susanna Weißbacher haben uns nicht nur in ihre Kochtöpfe, sondern auch in ihre Köpfe blicken lassen.

Wie stehen Sie zur österreichischen Küche? Sind die Klassiker unserer Landesküche für Sie ein „Muss“ auf jeder Speisekarte?

Küchenchef der Orangerie – Nicolas Baumann

Andreas Schwarzmayer: Ich liebe die österreichische Küche wegen ihrer vielen verschiedenen Gerichte aus allen Bundesländern, wo für jedermann etwas Schmackhaftes zu finden ist. Wiener Schnitzel, Tafelspitz, Beuschel oder Faschiertes sollten auf der Karte nicht fehlen.

Nicolas Baumann: Unsere Landesküche begeistert mich aufgrund ihrer Bandbreite: von herzhaften, deftigen Speisen bis hin zu modernen, eleganten Gerichten. Die Klassiker sind definitiv ein „Muss“.
David Salchner: Ich bin ein großer Fan der österreichischen Küche und ihrer Vielfalt – deftig-raffiniert in den Alpen, eher fein im Alpenvorland und mit mediterranen Einschlägen im Süden.

Und was macht die österreichische Küche so besonders?

Küchenchefin vom Gasthof Weißbacher – Susanna Weißbacher
Küchenchef vom Gasthof Jakober – David Salchner

Susanna Weißbacher: Das Wort „deftig“ beschreibt unsere Küche wohl am besten und zeigt auch den größten Unterschied zu anderen Ländern auf. Aber auch die besonders schmackhafte Verwertung von übriggebliebenen Speisen, zum Beispiel beim Gröstl, zeichnet die österreichische Küche aus.

Andreas Schwarzmayer: Unsere Küche bietet eine Vielfalt an Gerichten, die aber auch die kulinarischen Einflüsse von Österreichs Nachbarn widerspiegeln. Das macht sie besonders.

David Salchner: In unserem Land treffen viele Kulturzonen mit einem hohen Niveau an Kochkunst aufeinander – und jede hat ihren kulinarischen Fußabdruck bei uns hinterlassen.

Bilder: Raphael Gabauer, Alexander Gliederer, Jakob Larch

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