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Während die Tür seines Gourmetrestaurants geschlossen war, fand Haubenkoch Benjamin Parth neue Möglichkeiten, mit seinen Gästen in Kontakt zu treten.

Text: Theresa Kleinheinz

Schritt für Schritt erklärt Benjamin Parth in seinem Kochbuch „Angeberküche für jedermann“, wie Hobbyköche mit kleinen Tricks Gourmetfeeling erzeugen können.

Als der Spitzenkoch Benjamin Parth pandemiebedingt die Küche seines Vier-Hauben-Restaurants gegen den Herd in der eigenen Wohnung tauschen musste, kam ihm die Idee zu einem Kochbuch. „In Bezug auf meine Gäste habe ich mir gedacht: Wenn du nicht zu uns ins Restaurant Stüva kommen kannst, dann kommt die Stüva eben zu dir“, blickt Benjamin Parth auf das Frühjahr 2020 zurück.

 

Am Anfang war der Titel

Von Beginn an wusste Parth, an wen sich sein Projekt richten sollte: „Es sollte ein Buch für Leute sein, die gerne kulinarisch ein wenig auftrumpfen, wenn sie Freunde einladen.“ Da lag der Titel „Angeberküche für jedermann“ nahe. Gleichzeitig sollten die Gerichte eher simpel ausfallen. „Ich mag es auch nicht, wenn ich zu Hause 20 Zutaten brauche“, so Parth.

Beim Sammeln der Rezepte hatte er stets die Hobbyköche im Kopf: „Was machst du, wenn eine halbe Avocado übrig bleibt, du aber alleine bist?“ Deshalb kommen viele Lebensmittel im Buch zwei- bis dreimal vor. Orientiert an einer herkömmlichen Haushaltsküche, hat Parth alle Rezepte auf zwei Herdplatten und in einem Ofen gekocht.

 

Gegen den Stillstand

Ob er sich vorstellen könne, noch weitere Kochbücher zu schreiben? „Natürlich, denn ich stehe nicht gerne still.“ Deshalb wendet sich der Ischgler nun auch auf YouTube an seine Fans. In kurzen Clips kocht er dort neue Rezepte oder Gerichte aus seinem Kochbuch vor. Dass das funktioniert, hat der Haubenkoch bereits auf Instagram bewiesen, wo er mittlerweile über 16.000 Abonnenten hat. Für ihn ist das ein Weg, mit seinen Gästen in Kontakt zu bleiben.

Gleichzeitig sieht Parth in den sozialen Netzwerken das Potenzial, junge Menschen zu erreichen, die sich fürs Kochen interessieren. Bei einem Onlinequiz hat er bereits das eine oder andere Kochbuch verlost. „Die Gastronomie hat in letzter Zeit eine schwierige Phase durchgemacht. Sie ist aber dennoch eine der schönsten Branchen“, so Parth.

Die Krise sieht er durchaus als Chance. Er habe sie genutzt, um Gewohntes zu hinterfragen und Verbesserungen durchzudenken. Parth nutzt die Zeit aber auch, um sich nicht nur kulinarisch, sondern etwa auch im Bereich Social Media weiterzubilden.

 

Infobox:

Benjamin Parth

Nach seiner Lehrlingsausbildung in Deutschland arbeitete Benjamin Parth (32) als Koch in Frankreich und Spanien.

Seine erste Haube erkochte er mit 19 Jahren, was ihn zum jüngsten Haubenkoch Österreichs machte. 2019 kürte ihn Gault&Millau zum „Koch des Jahres“. Benjamin Parth betreibt ein Hotel und fünf Restaurants.

 

Bilder: Michael Rathmayr, Jan Hetfleisch, YSCLA, Axel Springer

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