Auf Trendreisen informieren sich die Eurogast-Gesellschafter regelmäßig über die neuesten Entwicklungen der internationalen Gastroszene – zuletzt in Kopenhagen, der Hauptstadt der Nordic Cuisine.

Text: Lisa Schwarzenauer

Die dänische Hauptstadt ist spätestens seit den ersten Erfolgen des Noma und dem internationalen Durchbruch der New Nordic Cuisine nicht nur sprichwörtlich in aller Munde: Wer Wert auf nachhaltige, regionale und vor allem hochqualitative Produkte und Gerichte legt, findet in Kopenhagen alles, was das kulinarische Herz begehrt. „Kopenhagen ist eine weltoffene Stadt, viele junge Leute leben und erleben eine urbane und neuzeitliche, lebenswerte Welt. Genau an solchen Orten entstehen Trends und neue Bewegungen, hier ist viel Platz für Ideen“, sagt Alexander Kiennast. Er und seine Gesellschafterkollegen haben deshalb im September eine Trendreise in die dänische Metropole unternommen, um sich Inspiration für die Eurogast-Gruppe zu holen.

 

Offen für Neues

„Als Partner der Gastronomie ist es wichtig, die Trends der Hotellerie und Gastronomie frühzeitig zu erkennen, um diese bestmöglich in unserem Sortiment und in den Dienstleistungen widerspiegeln zu können“, erzählt Kiennast. Es gehöre zum Beruf, sich laufend zu informieren – nicht nur auf Messen und bei Vorträgen, sondern auch vor Ort in den kulinarischen Hotspots der Welt. In den letzten Jahren hat es einige der Eurogast-Vertreter bereits in Städte wie Miami, London und Shanghai verschlagen, immer begleitet und geführt vom deutschen Trendexperten Pierre Nierhaus. „Bei diesen Reisen schaut man über den Tellerrand, da entdeckt man Trends und Innovationen – und in dem Geschäft überlebt man nur, wenn man offen für Neues ist und innovativ bleibt“, erklärt Nierhaus, was seine kulinarischen Expeditionen ausmacht. „Wir versuchen immer, den Markt vor Ort zu zeigen. Deshalb sind nicht nur die neuesten, hipsten Lokale dabei, sondern auch die Klassiker, die es seit Jahren gibt“, erzählt er. Pro Tag gibt es ein bis zwei Führungen zusammen mit den Inhabern besonderer Konzepte, zusätzlich wird ausgiebig verkostet: „Wir gehen mehrmals am Tag essen, um uns auch in die Perspektive der Gäste zu versetzen und aus deren Blickwinkel zu beurteilen, was gut ist und was nicht.“

 

Nordische Inspiration

So wurde auch in Kopenhagen drei Tage lang entdeckt und genossen. Ein Highlight aus der Vielfalt an Eindrücken und Erlebnissen herauszupicken sei unmöglich, sagt Alexander Kiennast, besonders beeindruckt habe aber das gelungene Zusammenspiel zwischen Genuss, Design und Nachhaltigkeit. Besonders Letzteres sei herausragend: „Nachhaltigkeit ist hier nicht nur ein Schlagwort oder eine Werbebotschaft, sie ist überall präsent.“ Das zeigt sich unter anderem auch auf den Speisekarten, die aufgrund der Nähe zum Meer natürlich viel Fisch und Meeresfrüchte beinhalten, aber auch durch einen hohen Anteil an vegetarischen und veganen Speisen auffallen. „Viele Restaurants haben sich von fleischhaltiger Küche abgewendet, und die Gerichte sind so ausgeglichen, dass man auch als Fleischliebhaber, wie ich es bin, nicht das Gefühl hat, dass etwas gefehlt hätte, sogar das Gegenteil – jeder Gang überrascht mit neuen Geschmackserlebnissen, und das vermeintlich fehlende Fleisch wird mit geschickt kreierten Komponenten völlig ausgeglichen“, erzählt Kiennast. Das schätzt auch Nierhaus, für den Kopenhagen zu den kulinarisch hochwertigsten Städten der Welt zählt. „Man war hier schon sehr früh sehr nachhaltig und naturbezogen, und es gibt einfach sehr viel, das spannend ist:

Es gibt vegetarische Küche auf einem unglaublichen Niveau, dann gibt es ganz viele, tolle Bäckereien und einige der besten Restaurants der Welt – dänische und skandinavische Köche generell sind international sehr angesehen, und das aus gutem Grund.“ Dazu kommen die Offenheit, Internationalität und Gastfreundschaft, die die Stadt besonders machen.

 

Arbeitsauftrag

Aus Sicht von Eurogast war die Reise in jedem Fall ein Erfolg: Sie habe klar gezeigt, in welche Richtung sich die Gastroszene gerade entwickelt und welche Bedürfnisse es zu erfüllen gilt. „Nachhaltigkeit und Genuss stehen jedenfalls im Mittelpunkt, und als Partner der Gastronomie werden auch wir uns auf diese Anforderungen einstellen. Man ist ja nicht von heute auf morgen regional und nachhaltig, das sind Prozesse, die man frühzeitig in Unternehmen implementieren muss“, so Kiennast. „Als regional verankerte Familienunternehmen haben wir schon sehr gute Voraussetzungen dafür.“

 

© Markus Christoffersen, Otto Godthjælpsen, Alexander Holmfjeld / Chris Tonnesen / Leckerbear

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